Geschichte Krankenhaus Wurzen

Der Bau des Stadtkrankenhauses Wurzen wurde am 8. November 1909 begonnen und am 1. Juni 1911 mit der feierlichen Eröffnung vollendet. Das Stadtkrankenhaus war zeitgemäß eingerichtet und entsprach den neuesten medizinischen, technischen und hygienischen Grundsätzen. Es standen 60 Betten zur Verfügung. Die Infektionsabteilung, die sich ursprünglich im Gebäude des heutigen Medizinischen Versorgungszentrums befand, wurde 1914 erweitert, da sie sich bereits nach kurzer Zeit als zu klein erwies. Bis 1918 stieg die Patientenzahl auf 866 Patienten pro Jahr an. Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges stockte der Krankenhausbetrieb, da der amtierende Chefarzt zum Kriegsdienst einberufen wurde. Nur ein junger Assistenzarzt hielt den Betrieb aufrecht. Alle schweren Erkrankungsfälle mussten nach Leipzig verlegt werden. Der Krieg und die anschließende Inflation hinterließen die Einrichtung bautechnisch in einem schlechten Zustand. Erst 1924 konnte man an die Beseitigung der baulichen Schäden und an die Erneuerung der Einrichtungsgegenstände gehen.

Die pflegerische Betreuung lag anfangs nur in den Händen von konfessionellen Schwestern, den Albertinerinnen, mit Beginn der 20er Jahre wurden auch sogenannte freie Schwestern eingestellt. Die außerordentlich rasche Entwicklung der Stadt, verbunden mit der Überbelegung des Krankenhauses, machte einen Erweiterungsbau dringend erforderlich, der schließlich 1928 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde. Der Erweiterungsbau als Quergebäude am Ostgiebel wurde 1928/29 errichtet. 1936 war das Krankenhaus ausstattungsmäßig den damaligen Anforderungen angepasst. Es verfügte über helle geräumige Krankenzimmer, ein eigenes Laboratorium, eine Röntgenanlage und einen aseptischen Operationssaal. Mit Ende des zweiten Weltkrieges stieg die Zahl der Patienten sprunghaft durch Flüchtlingsströme und Häftlinge der deutschen Konzentrationslager an. Deswegen waren schon während des Krieges das alte Krankenhaus und die Außenstelle Walderholung angegliedert worden. Vier weitere Baracken wurden zur medizinischen Versorgung errichtet. Nach 1945 kamen noch das ehemalige Finanzamt (jetzt Haus 7) und das Familienhaus (jetzt Haus 6) zur Nutzung hinzu. Die Bettenzahl stieg in den Jahren 1945/46 auf 550 Betten. Mit Gründung der DDR wurde auch im Krankenhaus Wurzen eine Poliklinik zur ambulanten Versorgung der Bevölkerung eingerichtet.

In den Jahren 1966 bis 1976 wurden eine neue Anästhesieabteilung, Kinderabteilung, Intensivstation und Unfallstation eingeweiht, der Röntgentrakt erweitert und ein Verwaltungsgebäude neu errichtet. 1983 wurde der Röntgentrakt des Krankenhauses Wurzen neugebaut und eingeweiht.

Seit der Wiedervereinigung arbeitet das Krankenhaus in öffentlicher Trägerschaft des Landkreises Muldental und bietet alle Leistungen der Regelversorgung für die Menschen im Großraum Wurzen.

Schritt für Schritt wurde das Krankenhaus seit 1990 umgebaut, erweitert und saniert. 1991 erfolgte die Einweihung des neuen Labors im Röntgentrakt und die Erweiterung der physiotherapeutischen und funktionsdiagnostischen Möglichkeiten im Erdgeschoss / Untergeschoss. 1992 und 1996 kam es zur Einweihung von zwei neuen internistischen Stationen und eine neue moderne Röntgenanlage nahm ihren Betrieb auf.

Am 01.04.1997 wurde durch den Beschluss des Kreistages die Krankenhäuser Wurzen und Grimma zum kommunalen Eigenbetrieb "Kliniken des Muldentalkreises" zusammengeschlossen. Im Jahr 1999 begann der erste Bauabschnitt des Neubaus (Notfallaufnahme, ein Operationssaal, ITS, Küche und Patientenaufnahme) , der den Altbau später komplett ersetzen soll. Bis zum Jahr 2004 konnten eine neue Notaufnahme, ein neuer Operationssaal, eine neue ITS, Küche, Patientenaufnahme, Rezeption, die neu sanierte gynäkologisch- geburtshilfliche Station und die Abteilung Kinder- und Jugendmedizin in Betrieb genommen werden. Den Patienten stehen jetzt 213 Betten in modern und patientenfreundlich eingerichteten Zimmern zur Verfügung. Auch das Personal hat in den neuen Räumlichkeiten mit moderner Medizintechnik beste Arbeitsbedingungen. Am 23. Juni 2006 erfolgte die Grundsteinlegung für den zweiten Abschnitt des Neubaus, der unter anderem zwei OP-Säle mit Aufwachraum sowie zwei Stationen umfasst.

Ein Höhepunkt in der Geschichte des Krankenhauses Wurzen, war die Einweihung des Gedenksteines für den ersten Chefarztes des Wurzener Krankenhauses Herrn Dr. Curt MacLean hinter dem Ärztehaus am 23.09.2004 (Herr Dr. MacLean wirkte von 1911 bis 1932 als Chefarzt im Wurzener Krankenhaus).

Chronik

08.11.1909
Baubeginn des städtischen Krankenhauses

01.06.1911Eröffnung des Krankenhauses Wurzen mit 60 Betten

1914
Erweiterung der Infektionsstation - Gebäude der ehemaligen Poliklinik

1928 – 1929
Erweiterungsbau am Ostportal mit Erhöhung der Bettenzahl um 140 auf 200

1930
Einrichtung eines Laboratoriums

1937
Neubau des Ärztehauses

1945
Umbau des ehemaligen Finanzamtes zu Bettenstationen - damit Erhöhung der Bettenzahl auf 550

1966
Gründung der Anästhesieabteilung

1967
Gründung der Kinderstation

1968
Beginn der Aufstockung des Röntgentraktes

1969
Neubau des Verwaltungsgebäudes
Einweihung und Eröffnung der Intensivstation
Erweiterung durch eine weitere Kinderstation

1976
Eröffnung der Unfallstation

1983
Neubau Röntgentrakt

1991
Einweihung des neuen Labors im Röntgentrakt und Erweiterung der physiotherapeutischen und funktionsdiagnostischen Möglichkeiten im Erdgeschoss

1992
Einweihung von zwei neuen internistischen Stationen

1996
Inbetriebnahme der neuen modernen Röntgenanlage

1997
Zusammenschluss der Krankenhäuser Wurzen und Grimma zum kommunalen Eigenbetrieb "Kliniken des Muldentalkreises".

1999
Beginn des 1. Bauabschnittes (Notfallaufnahme, ein Operationssaal, ITS, Küche und Patientenaufnahme)

2000
Inbetriebnahme der Notfallaufnahme, eines neuen Operationssaales, ITS und Küche

2001
Inbetriebnahme der neuen Patientenaufnahme / Rezeption und der neu sanierten gynäkologisch- geburtshilflichen Stationen

2004
Umwandlung des Eigenbetriebes in eine gemeinnützige GmbH,
Inbetriebnahme der neu erbauten Abteilung Kinder- und Jugendmedizin im Obergeschoss

23.09.2004
Einweihung des Gedenksteines für den ersten Chefarztes des Wurzener Krankenhauses Herrn Dr. Curt MacLean hinter dem Ärztehaus

01.07.2004
Eröffnung der Spezialabteilung Handchirurgie unter Leitung von Frau Dipl.-Med. Sabine Nissen-Schmidt

ab 2006
Umnennung zu den Muldentalkliniken GmbH, Gemeinnützige Gesellschaft

10.04.2006
Eröffnung des 1. Medizinischen Versorgungszentrums am Krankenhaus Wurzen in den Fachrichtungen Chirurgie und Allgemeinmedizin

18.04.2006
1. Spatenstich für Krankenhausanbau (zwei neue Stationen mit 64 Betten und zwei moderne OP-Säle)

01.05.2006
Gründung der Tochtergesellschaft „Altenheimgesellschaft Muldental gGmbH“

23.06.2006
Grundsteinlegung des 2. Bauabschnittes „Teilersatzbau und Umbau am Krankenhaus Wurzen“

10 / 2006
Übernahme / Kauf des Altenpflegeheimes Brandis

15.11.2006
Richtfest 2. Bauabschnitt „Teilersatzbau und Umbau am Krankenhaus Wurzen“

13.11.2007
Eröffnung neue Cafeteria

04.04.2008
Feierliche Einweihung des 2. Bauabschnittes

01 / 2010
Zertifikat Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie/DIOcert GmbH „Lokales Traumazentrum im TraumaNetzwerk DGU®“

09 / 2010
Feierliche Einweihung des Altenpflegeheimes Kleegasse

07.12.2010
Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 : 2008

03 / 2011
Abriss der ehemaligen Poliklinik

01.06.2011
100-Jahr-Feier

10 / 2011
Richtfest „Neubau MVZ und Verwaltung“

12 / 2011
Umstellung der analogen Röntgentechnik auf digitale Anlage

03 / 2012
Verleihung Zertifikat durch die Gesellschaft GKinD „Ausgezeichnet für Kinder“

07 / 2012
Eröffnung „MVZ und Verwaltung“

11 / 2013
Verleihung Zertifikat der Deutschen Diabetesgesellschaft „Klinik für Diabetespatienten geeignet“

03 / 2015
Baustart für Palliativstation / Sanierung Physiotherapie