13.07.2022

Wissenswertes und Tipps zum diabetischen Fußsyndrom

Sächsisches Wundzentrum Muldental widmet sich anlässlich des Aktionstages „Chronische Wunden“ dem diabetischen Fußsyndrom.

Arzt und Schwester des Wundzentrums mit Verbandswagen auf dem Gang

Zum diesjährigen Aktionstag am 13. Juli 2022 widmet sich das Sächsische Wundzentrum Muldental der Muldentalkliniken dem Thema „Diabetisches Fußulcus“. Es handelt sich hierbei um eine häufige Folgeerkrankung bei Diabetes mellitus, da die Füße von Diabetikern besonders anfällig für Verletzungen sind. Bereits kleinste Verletzungen können sich zu gefährlichen Wunden entwickeln, weil sie häufig lange Zeit nicht bemerkt werden. Im schlimmsten Fall kann es zur Amputation kommen.  Oberarzt Dr. med. Stefan Vehlow, Leiter des zertifizierten Wundzentrums und Wundschwester Jana Schmidt informieren zu Ursachen, Therapie und Vorsorge.

Wie kann ein Diabetischer Fußulcus entschehen?

Ursächlich für das Entstehen der Geschwüre ist das fehlende Schmerz- und Druckempfinden durch geschädigte Nerven infolge erhöhter Blutzuckerwerte. Durch Fußdeformitäten kommt es zur krankhaften Druckbelastung, wodurch sich Hornhaut und Druckstellen bilden können. Diabetes beeinträchtigt zudem die Schweißproduktion, was die Haut an Beinen und Füßen trocken und rissig macht. In vielen Fällen liegt zusätzlich noch eine Durchblutungsstörung vor, welche entstandene Wunden schlecht abheilen lässt. So können sich Infektionen ungehindert und unbemerkt ausbreiten.

Was kann ich als Diabetiker tun? Worauf sollte ich besonders achten?

  1. Inspizieren Sie Ihre Füße mindestens einmal täglich selbst oder durch eine Hilfsperson. Achten Sie dabei auf Blasen, Risse, Fremdkörper sowie Verletzungen. Hierfür eignet sich ein Teleskopspiegel hervorragend.
  2. Verzichten Sie bei der Fußpflege auf spitze Scheren, Hobel und Zangen. Geeignet sind Feilen für die Nägel und Bimssteine zur Hornhautentfernung.
  3. Sind Ihre Füße unverletzt, sollten Sie täglich ein kurzes Fußbad (3-5 Minuten) mit lauwarmen Wasser (36-37°C) durchführen. Prüfen Sie die Wassertemperatur mit einem Badethermometer.
  4. Trocken Sie Ihre Füße mit einem weichen Handtuch sorgfältig ab. Für die Zehenzwischenräume nutzen Sie am besten ein Wattestäbchen.
  5. Reiben Sie danach Ihre Füße und Beine mit einer feuchtigkeitsspendenden Emulsion oder Pflegeschäumen, die Harnstoff enthalten, ein. Dies verbessert die Hautfeuchtigkeit, regeneriert die Hautbarriere, schützt vor Fußpilz und normalisiert die Hornhaut.
  6. Wichtig ist auch das Tragen von geeignetem Schuhwerk, welches den Füßen genug Platz bietet. So können Sie Druckstellen vermeiden und das natürliche Bewegungsmuster Ihrer Füße wird unterstützt.
  7. Kontrollieren Sie Ihre Schuhe vor jedem Tragen auf Fremdkörper. Laufen Sie niemals barfuß!
  8. Ihre Strümpfe sollten aus Baumwolle bestehen, nicht einschnüren und täglich gewechselt werden.
  9. Fußübungen können dazu beitragen, die Beweglichkeit Ihrer Füße zu verbessern und die Durchblutung zu fördern.
  10. Sie sollten die regelmäßige Fußpflege durch einen Podologen vornehmen lassen.
  11. Nehmen Sie regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt wahr.

Kann ich einem schweren Krankheitsverlauf vorbeugen?

Durch einen gesunden Lebensstil, die Regulierung Ihres Körpergewichtes und ausreichend Bewegung kann der Krankheitsverlauf bei Diabetes mellitus positiv beeinflusst werden. Eine schlechte Blutzuckereinstellung, lange Diabetesdauer, Fußdeformitäten sowie vorangegangene Fußläsionen sind Risikofaktoren für die Ausbildung eines diabetischen Fußsyndroms.

Wie wird ein diabetischer Fußulcus behandelt?

Die Behandlung von Menschen mit diabetischem Fußsyndrom erfordert spezielle Diagnostik und ein Paket an Maßnahmen, welche über Leitlinien klar definiert sind. Dabei arbeiten verschiedene Spezialisten wie Diabetologen, Chirurgen, Podologen, Orthopädieschuhmacher und Gefäßspezialisten eng zusammen. Das Sächsische Wundzentrum Muldental hält die gesamte Diagnostik und verschiedenste Therapieoptionen dafür vor und behandelt diese Erkrankung schon seit Jahren erfolgreich am Standort Grimma.

Anlässlich des Aktionstages gibt es auf der Internetseite des Wundzentrums weitere Informationen in Form eines Videos. Dabei geht es vor allem um vorbeugende Maßnahmen, um einen Fußulcus möglichst zu vermeiden.

Fragen zum Thema chronische Wunden und deren Behandlungsmöglichkeiten beantwortet Oberarzt Dr. med. Vehlow am 19.07.2022 von 09.00- 15.00 Uhr.

Betroffene, Angehörige oder Interessierte erreichen ihn während dieser Zeit telefonisch unter 03437 9378 4633.

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